Was ist Ad-hoc-Laden?
Ad-hoc-Laden bedeutet: Du lädst an einer öffentlichen Station ohne vorherige Registrierung, ohne Ladekarte und ohne laufenden Vertrag. Gezahlt wird direkt vor Ort – per Kreditkarte, per App oder über das Fahrzeug selbst. Das ist teurer als mit Tarif, aber völlig unkompliziert.
Zahlungsmethoden im Überblick

| Methode | Verfügbarkeit | Aufpreis gegenüber Tarif |
|---|---|---|
| Kreditkarte (kontaktlos) | Ionity, EnBW, Aral pulse, Shell | +40–100 % |
| App ohne Vertrag | Alle großen Netzwerke | +20–60 % |
| PayPal / Google Pay | Allego, einige Stadtwerke | +20–50 % |
| Plug & Charge (ISO 15118) | Tesla Supercharger, Ionity (neuere Fahrzeuge) | Tarif-abhängig, kein Aufpreis |
| QR-Code scannen | Viele Stadtwerke, kommunale Netze | variabel |
Ad-hoc-Laden bei den großen Netzwerken
Die wichtigsten Ladenetzwerke und wie du dort ohne Karte zahlst:
- EnBW: Kreditkarte direkt am Terminal (Visa/MC), alternativ EnBW mobility+ App ohne Abonnement. Ad-hoc-Preis: 0,49–0,59 €/kWh DC.
- Ionity: Kontaktlos per Karte (Visa/MC/Amex) an neueren Säulen. App-Zahlung ohne Vertrag möglich. Ad-hoc: 0,79 €/kWh – mit ADAC-Tarif 0,35 €/kWh.
- Tesla Supercharger: Tesla-Fahrzeuge via Plug & Charge automatisch, Nicht-Tesla über Tesla-App – Kreditkarte hinterlegen, kein Tarif nötig.
- Aral pulse: Kreditkarte am Display oder Aral-App. Ad-hoc: 0,10 €/min AC, 0,20 €/min DC.
- Shell Recharge: App oder Kreditkarte. Ad-hoc: 0,55–0,69 €/kWh.
- Allego: App (einmalige Registrierung), PayPal oder Karte. Ad-hoc: 0,59–0,75 €/kWh DC.
Plug & Charge: Das komfortabelste Ad-hoc-Laden

Der Standard ISO 15118 (Plug & Charge) ermöglicht die automatische Authentifizierung über das Ladekabel selbst – kein QR-Code, keine App, keine Karte. Das Fahrzeug identifiziert sich beim Einstecken, der Ladevorgang startet und die Zahlung erfolgt automatisch über ein hinterlegtes Zahlungsmittel. Unterstützte Fahrzeuge (Stand 2026):
- Tesla (alle Modelle, bei Ionity ab 2023 verfügbar)
- Audi e-tron / Q4 e-tron (Ionity-Netz)
- Porsche Taycan (Ionity-Netz)
- BMW iX, i4, i5 (Ionity, einige EnBW-Stationen)
- Hyundai Ioniq 6 / Kia EV6 (Ionity-Netz)
Voraussetzung: Das Fahrzeug muss das Plug & Charge-Protokoll unterstützen und der Betreiber der Ladesäule muss es aktiviert haben.
Roaming: Eine App für alle Netze
Statt für jeden Anbieter eine eigene App zu brauchen, gibt es Roaming-Plattformen, die viele Netzwerke in einer App vereinen:
- Plugsurfing: 500.000+ Ladepunkte europaweit, kein Abo nötig, Ad-hoc-Zahlung per App
- Chargemap (App): 450.000+ Ladepunkte, Pass erhältlich, Ad-hoc oder Pass-Tarif
- ADAC e-Charge: Günstiger Tarif für ADAC-Mitglieder, funktioniert bei EnBW, Ionity und mehr
- EnBW mobility+: Einer der günstigsten DE-Tarife, auch ohne Abo nutzbar
Kostenvergleich: Ad-hoc vs. Tarif-Laden
Beispiel: 30-kWh-Nachladung (entspricht ca. 200 km Reichweite) an einem 150-kW-Ionity-Lader:
- Ad-hoc per Kreditkarte: 30 × 0,79 € = 23,70 €
- ADAC e-Charge Tarif: 30 × 0,35 € = 10,50 €
- Differenz pro Ladevorgang: ~13 € — bei 50 Ladevorgängen/Jahr: 650 € Mehrkosten
Wer regelmäßig an öffentlichen Schnellladern unterwegs ist, sollte mindestens einen günstigen Tarif abschließen. Für gelegentliche Fernfahrten ist Ad-hoc aber vollkommen ausreichend und unkompliziert.
Tipp: Stationen im Voraus finden
Damit du gar nicht erst suchst wenn der Akku leer ist: Alle öffentlichen Ladestationen entlang deiner Strecke findest du auf unserer interaktiven Karte – filterbar nach Netzwerk, Leistung und Steckertyp. Für Autobahnetappen besonders wichtig: Ionity-Stationen alle 80–120 km an deutschen Autobahnen und EnBW als dichtestes Schnellladenetz.