Warum überhaupt eine Ladekarte?
Wer ohne Ladekarte oder Tarif an öffentlichen Schnellladesäulen lädt, zahlt den Ad-hoc-Preis – oft 50–120 % mehr als mit einem guten Tarif. Beispiel Ionity: 0,79 €/kWh ohne Karte vs. 0,35 €/kWh mit ADAC-Karte. Bei 10.000 km Jahresfahrleistung (18 kWh/100 km, 50 % öffentlich geladen) macht das bis zu 400 € Ersparnis pro Jahr.
Die wichtigsten Ladekarten 2025 im Vergleich

ADAC e-Charge Karte
Die ADAC e-Charge Karte ist eine der attraktivsten Optionen für Vielfahrer, die Ionity nutzen:
- Grundgebühr: 0 € (ADAC-Mitgliedschaft erforderlich, ab 49 €/Jahr)
- Ionity: 0,35 €/kWh (statt 0,79 € Ad-hoc)
- AC-Laden: 0,09 €/min
- Netzwerk: 400.000+ Ladepunkte in Europa
- Ideal für: ADAC-Mitglieder, Autobahn-Vielfahrer
EnBW mobility+
Deutschlands meistgenutzte Ladekarte mit dem größten heimischen Netzwerk:
- Grundgebühr: 0 € (Tarif Basic) oder 4,99 €/Monat (Tarif Smart mit günstigeren kWh)
- DC-Laden (Basic): 0,59 €/kWh Ad-hoc, 0,52 €/kWh mit Karte
- DC-Laden (Smart): ab 0,44 €/kWh
- Besonderheit: Eigenes HyperNetz mit 300-kW-Stationen
- Ideal für: Wer viel im EnBW-Netz lädt (vor allem Süddeutschland)
Maingau EnergyFlat
- Grundgebühr: 4,99 €/Monat
- AC-Laden: 0,39 €/kWh (alle Netzwerke)
- DC-Laden: 0,49 €/kWh (alle Netzwerke)
- Besonderheit: Einheitlicher Preis bei 450.000+ Ladepunkten in Europa
- Ideal für: Wer Einfachheit will und viel an verschiedenen Netzen lädt
Plugsurfing
- Grundgebühr: 0 € (Free-Tarif)
- Preise: Variabel nach Netzwerk (meist Marktpreis −5–10 %)
- Bonus: Oft 20–30 € Startguthaben für Neukunden
- Netzwerk: 400.000+ Ladepunkte in Europa
- Ideal für: Gelegenheitslader, die flexibel bleiben wollen
Shell Recharge
- Grundgebühr: 0 €
- Preise: Ab 0,45 €/kWh DC
- Besonderheit: Gute Integration mit Shell-Tankstellen-App
- Ideal für: Wer häufig an Shell-Stationen lädt
Direktvergleich: Beispielrechnung 10.000 km/Jahr
Annahmen: 18 kWh/100 km, 30 % öffentlich DC (Schnell), 20 % öffentlich AC, 50 % zuhause
| Ladekarte | Jahresgebühr | Ladekosten DC+AC | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| Ohne Karte (Ad-hoc) | 0 € | ~415 € | ~415 € |
| ADAC e-Charge | 49 € (Mitgl.) | ~195 € | ~244 € |
| EnBW Smart | 60 € | ~220 € | ~280 € |
| Maingau Flat | 60 € | ~235 € | ~295 € |
Ersparnis ADAC vs. kein Tarif: ~171 € pro Jahr — Karte rechnet sich ab ~40.000 km ab (inkl. Mitgliedschaft).
Welche Karte für wen?

- Autobahn-Vielfahrer: ADAC e-Charge (Ionity-Preis schlägt alles)
- Süddeutschland/Pendelstrecken: EnBW mobility+ Smart
- Gelegenheitslader / Einsteiger: Plugsurfing (0 € Grundgebühr, Neukundenbonus)
- Europa-Reisende: Maingau Flat oder ADAC
- Tesla-Fahrer: Tesla-App reicht für das eigene Netz
EU-Pflicht: Kartenzahlung an Ladesäulen seit 2024
Seit April 2024 gilt in der EU eine Pflicht zur kontaktlosen Kartenzahlung an öffentlichen Schnellladesäulen ab 50 kW. Das bedeutet: Neue und umgerüstete HPC-Stationen müssen Visa/Mastercard Contactless direkt am Terminal akzeptieren – ohne App, ohne Registrierung.
- Was gilt: Alle neuen DC-Schnellladesäulen ab 50 kW (AFIR-Verordnung der EU)
- Bestandsschutz: Ältere Säulen haben Übergangsfristen bis 2027
- Praxis: Ionity, EnBW HPC, Aral pulse unterstützen bereits weitgehend Kartenzahlung
- Preisnachteil: Ad-hoc per Kreditkarte ist oft 20–40 % teurer als mit einer Ladekarte
Die Pflicht stärkt den Wettbewerb, ändert aber nichts an der Preislogik: Wer regelmäßig schnelllädt, spart mit einem Tarif weiterhin erheblich. Details zum Laden ohne Karte: Ad-hoc-Laden erklärt.
Ladekarten für Firmenwagen und Dienstwagen
Wer ein Elektroauto als Dienstwagen fährt, hat besondere Anforderungen: Ladevorgänge müssen abrechnungsfähig sein, private und dienstliche Nutzung getrennt werden, und der Arbeitgeber muss Kosten einfach erstatten können.
- EnBW mobility+ Business: Monatliche Sammelrechnung, Einzelnachweise je Ladevorgang, DATEV-Export
- ChargePoint Business: Fleet-Lösungen mit Kostenstellenzuordnung
- Arbeitgeber-Wallbox (§ 3 Nr. 46 EStG): Kostenloses Laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei
- Steuerpauschale: 30 €/Monat für Arbeitnehmer ohne eigene Wallbox (bei hälftigem Arbeitgeberzuschuss)
Für die Steuererklärung: Alle Ladevorgänge mit Datum, kWh und Betrag dokumentieren – die meisten Business-Karten liefern das automatisch. Steuerliche Details zum E-Auto: Elektroauto Steuer und geldwerter Vorteil.
Häufige Fragen zu Ladekarten
Kann ich mehrere Ladekarten gleichzeitig nutzen?
Ja, und viele Experten empfehlen 2–3 Karten: z. B. ADAC für Ionity + EnBW für das Heimnetz + eine kostenlose Karte für den Rest. Verwaltungsaufwand ist minimal, Einsparungen können erheblich sein.
Wie bezahlt man ohne Ladekarte?
An modernen Ladesäulen meist per Kreditkarte direkt am Terminal (Visa/Mastercard Contactless), per App oder per QR-Code. NFC-Zahlung (Handy an Säule) wird immer häufiger unterstützt.
Lohnt sich Roaming bei Ladekarten?
Ladekarten-Roaming (eine Karte an allen Netzen) ist bequem, aber oft teurer als direkte Netzwerk-Tarife. Für Gelegenheitslader ideal, für Vielfahrer besser netzwerkspezifische Tarife wählen.
Alle Ladestationen auf der Ladekarte. Weiter: Autobahn-Ladesäulen Guide · Ad-hoc-Laden ohne Karte · Günstiger Stromtarif · Elektroauto Gesamtkosten 2025
Tipp: Wer häufig auf der Autobahn schnelllädt, profitiert von einer Kombi-Karte, die Ionity, EnBW HyperNetz und Aral pulse abdeckt. Das reduziert Roaming-Aufschläge und macht die Abrechnung einfacher.