Elektroauto-Glossar: Alle Fachbegriffe einfach erklärt
Grundlagen

Elektroauto-Glossar: Alle Fachbegriffe einfach erklärt

7 Min. · Stand: 13.04.2026

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert. Klicke auf einen Buchstaben oder scrolle durch die Liste.

AC – Wechselstrom

AC (Alternating Current) ist der Wechselstrom aus dem Stromnetz. Alle Haushaltssteckdosen und die meisten öffentlichen Ladesäulen liefern AC. Das Elektroauto wandelt AC intern über seinen Bordlader in DC um. Typische Ladeleistungen: 3,7 kW (einphasig), 11 kW (dreiphasig), 22 kW (dreiphasig, max.). Mehr: AC vs. DC erklärt

AFIR – Alternative Fuels Infrastructure Regulation

Übersicht Ladestecker-Typen für Elektroautos
CCS, Typ 2 und CHAdeMO – drei Standards, die jeder E-Auto-Fahrer kennen sollte.

EU-Verordnung, die ab 2024 schrittweise vorschreibt, dass öffentliche Schnellladesäulen eine Kartenzahlung direkt am Terminal (ohne App, ohne Kundenkarte) anbieten müssen. Ab 2027 gilt das für alle Ladesäulen über 50 kW. Gut für Gelegenheitslader.

Akku / Batterie

Der Traktionsakku ist das Herzstück des Elektroautos – ein Lithium-Ionen-Paket, das die Antriebsenergie speichert. Kapazitäten reichen von ca. 40 kWh (Stadtauto) bis 100+ kWh (Tesla Model S, BMW iX). Mehr: Akkulebensdauer

Blockiergebühr

Gebühr, die Ladestation-Betreiber erheben, wenn ein Fahrzeug nach abgeschlossenem Ladevorgang den Platz blockiert. Meist 0,05–0,15 €/min ab Minute 5 nach Ladeende. Mehr: Ladesäule blockiert – was tun?

CCS – Combined Charging System

CCS (Combo 2 in Europa) ist der dominierende DC-Schnellladestandard. Kombiniert den Typ-2-Stecker mit zwei DC-Kontakten. Leistung: 50–350 kW. Alle modernen europäischen E-Autos nutzen CCS2. Mehr: Steckertypen erklärt

CHAdeMO

Japanischer DC-Schnellladestandard. Wird hauptsächlich von Nissan Leaf (bis 2023) und Mitsubishi verwendet. In Europa stark rückläufig. Mehr: Steckertypen

DC – Gleichstrom

DC (Direct Current) ist Gleichstrom. Schnellladesäulen liefern DC direkt an den Akku – der Bordlader wird umgangen, deshalb sind DC-Ladeleistungen viel höher (50–350 kW) als bei AC-Laden (max. 22 kW). Mehr: Schnellladen vs. Normalladen

kWh – Kilowattstunde

Die Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energie. Ein E-Auto mit 60-kWh-Akku kann je nach Verbrauch (15–20 kWh/100 km) ca. 300–400 km weit fahren. An der Ladesäule zahlt man meist pro kWh (z. B. 0,49 €/kWh). Mehr: Verbrauch berechnen

kW – Kilowatt

Die Leistung einer Ladesäule wird in kW angegeben. Mehr kW = schnellere Ladung. Aber: Das Auto kann nur so schnell laden, wie sein Bordlader (AC) oder sein Akku-Management (DC) es erlaubt. Eine 350-kW-Säule nützt nichts, wenn das Auto max. 100 kW kann.

Ladekurve

Die Ladekurve zeigt, wie sich die Ladeleistung über den Ladestand (SOC) verändert. Zwischen 10 und 80 % lädt ein E-Auto am schnellsten. Darüber wird die Leistung gedrosselt, um den Akku zu schonen. Praktische Faustregel: Laden bis 80 % an DC-Schnellladern.

OCPP – Open Charge Point Protocol

Kommunikationsprotokoll zwischen Ladesäule und Netzwerk-Backend. OCPP 1.6 ist Standard, OCPP 2.0.1 ermöglicht bidirektionales Laden (V2G). Relevant für Betreiber und Techniker.

OCPI – Open Charge Point Interface

Protokoll für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Ladenetzwerken – ermöglicht Roaming (z. B. mit einer EnBW-Karte an Ionity laden). OCPI ist die Basis für offene Roaming-Plattformen wie Hubject und Gireve.

Phasenschieflast

In Deutschland ist das Stromnetz dreiphasig. Einphasiges AC-Laden (z. B. 3,7 kW) belastet nur eine Phase. Bei langer Ladezeit kann das zu Schieflast im Netz führen. Deshalb empfehlen Netzbetreiber dreiphasiges Laden (11 kW) über eine Wallbox. Für die meisten Privathaushalte kein praktisches Problem.

Rekuperation

Rekuperation (regeneratives Bremsen) ist das Zurückgewinnen von Bremsenergie als Strom. Beim Verzögern oder Bremsen wirkt der Elektromotor als Generator und lädt den Akku nach. Je nach Fahrstil und Einstellung erhöht das die Reichweite um 10–20 %.

Roaming

Laden an fremden Netzwerken mit der eigenen Ladekarte. Wie beim Handy-Roaming: mit einer EnBW-Karte an Ionity oder ARAL pulse laden – oft zu Roaming-Tarifen (etwas teurer). Mehr: Ladekarten-Vergleich

SOC – State of Charge

SOC (Ladestand) ist der aktuelle Akkustand in Prozent. Die meisten Hersteller empfehlen tägliches Laden auf 80 % (Alltag) und 100 % nur vor langen Fahrten. Unter 10 % häufig fahren beschleunigt den Akkuverschleiß.

Typ 2 (Mennekes)

Der europäische AC-Ladestandard. Fast jedes in Europa verkaufte E-Auto hat einen Typ-2-Anschluss. Leistung: 3,7–22 kW. Seit 2014 EU-Pflicht für öffentliche Ladesäulen. Mehr: Steckertypen erklärt

V2G – Vehicle-to-Grid

Vehicle-to-Grid bedeutet, Strom vom Akku zurück ins Netz zu speisen. Das E-Auto wird zum Stromspeicher. Noch wenig verbreitet, aber wachsendes Thema. Mehr: Bidirektionales Laden erklärt

Wallbox

Eine Wallbox ist eine wandmontierte AC-Ladestation (typisch 11 kW) für das heimische Laden. Schneller und sicherer als die Haushaltssteckdose. Kosten: 800–2.000 € inkl. Installation. Mehr: Wallbox installieren · Wallbox-Vergleich 2026

Weitere Fachbegriffe auf Anfrage. Dieser Glossar wird regelmäßig ergänzt. → Alle Ratgeber · Ladestationen finden